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notenblog

 
Im Kino gewesen: The Artist

Eigentlich war ja Sportmorgen. Ich hatte sogar schon die Tasche gepackt. Beim Frühstückskaffee blätterte ich in der Zeitung, ihr wisst schon, diesem unhandlichen Papierding, in dem die News aus dem Internet abgedruckt sind. Im Hochhaus-Kino war die Vorpremiere von The Artist. Also schnell geduscht, ordentlich angezogen, ab auf’s Rad und grad noch rechtzeitig zum Filmstart gekommen.


Es ist ein guter Film, die Geschichte eines alten Stummfilmstars an der Schwelle zum Tonfilm und der Liebe, die ihn vor dem Vergessen errettet, alles in schwarz-weiß, (fast) alles ohne Geräusche. Die wenigen Geräusche und Sprachfetzen sind so geschmackvoll und effektiv eingebunden, man braucht sich nicht zu fürchten, dass der Film zu platt endet. Augenblicklich mit Filmbeginn wird man in die Epoche hineingezogen, alle Schauspieler überzeugen als Stummfilmstars, Mimik und Gestik ist hinreißend, die musikalische Untermalung beispielhaft.
Spannend ist dann zu beobachten, wie sich die Bildsprache mit dem Wechsel zum Tonfilm ändert, wie sich das mimische Agieren reduziert und die Menschen unverständlich werden, weil sie nur noch reden. Es gibt sehr typische Wendungen, die einen erfreuen, weil auch sie so genregerecht sind und dem Film zugleich eine irre Spannung verleihen. Nebst alle dem kommen die Slapstickszenen nicht zu kurz, auch hier ist man wieder sehr in der Zeit.

Anschließend muss man Champagner trinken gehen, auch wenn’s erst Mittag ist. So ein Film ist das.